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Danger Danger

CD-Review: Danger Danger - Revolve (Frontiers)

Eine Retrospektive zum neuen Album. Eine Hommage an Vergangene Zeiten.

Bassist Bruno Ravel über den 80er-Rock, Grunge, Pearl Jam, MTV, die Rückkehr von Ted Poley.
Kurze Zusammenfassung: Danger Danger hatten ihre größten Erfolge Ende der 80er, einige Jahre später kam es zur Trennung von Sänger Ted Poley und nach einigen Alben und Rechtsstreitigkeiten kehren die Jungs aus New York nun in beinahe alter Besetzung zurück, um auf Frontiers ihr aktuelles Album „Revolve“ vorzustellen, das im September hierzulande veröffentlicht wird.

Autona: Hallo Bruno, endlich ist es soweit, ein neues Danger Danger Album, was ist zu erwarten?

Bruno: Ein echtes DD-Album voller Energie und bombastischen Melodieteppichen. Wir haben hart am Album gearbeitet und sind stolz auf das Ergebnis.

Autona: Ted Poley hat vor gar nicht langer Zeit sein Soloalbum „Smile“ veröffentlicht. Worin besteht der wesentliche Unterschied zwischen diesen beiden Alben?

Bruno: Naja, die einzige Gemeinsamkeit besteht darin, dass es derselbe Sänger ist. Unser Album ist viel rockiger und aggressiver. Auf unseren ersten 2 Alben hatte Ted eine sehr leichte Stimme, dieses Mal haben wir sehr lange daran gefeilt, dass die Stimme aggressiver klingt. Oft haben Ted und ich noch lange nach Feierabend allein im Studio gesessen und ich habe ihn quasi zu Höchstleistungen geprügelt. Aber das Ergebnis ist großartig.

Autona: Warum wurde Paul Laine wieder durch Ted Poley ersetzt?

Bruno: Paul und ich sin dimmer noch gute Freunde, aber es gab zwei Gründe, warum wir uns von ihm getrennt haben. Erstens hatte er bei Live-Shows große Probleme mit seiner Stimme. Die erste Show lief super, doch von Gig zu Gig nahm das Volumen ab … und das passierte leider nicht nur einmal. Zweitens erwarten unsere Fans die Originalstimme, um sich an die gute, alte College-Zeit erinnern zu können, als sie mit unseren ersten zwei Alben aufgewachsen sind.

Autona: Grunge tötete den 80er-Rock, hasst du Grunge?

Bruno: Heute nicht mehr, aber damals haste ich die Entwicklungen, die das Musikbusiness einschlug. Ein Rockstar oder ein Rockmusiker zu sein bedeutete für mich, anders als die anderen zu sein. Es war eine Frage der Kleidung, der inneren Haltung, des Benehmens. Als der Grunge aufkam, sahen die Musiker ganz gewöhnlich aus, wie die Jungs von nebenan. Ich fand’s grausam und langweilig. Wenn ich heute zurückdenke, gibt es natürlich einige gute Bands wie Soundgarden oder Stone Temple Pilots … außer Pearl Jam! Die sind echt scheiße und eine der am moisten überschätzten Rockbands aller Zeiten. Wenn sie im Fernsehen laufen, könnte ich das Ding an die Wand schmeißen.

Autona: Wie ist es retrospektiv zu erklären, dass der 80er-Hard Rock in weniger als 2 Jahren völlig verschwand?

Bruno: Nun, heutzutage ist genug Platz für viele unterschiedliche Musikrichtungen, aber damals gab e seine Entwicklung, die wirklich einmalig in der Musikgeschichte ist. Ich glaube, der Haupgrund liegt bei MTV, vielleicht mochten die Hauptverantwortlichen bei MTV keine Bands wie Poison, Mötley Crüe und Danger Danger. Früher war es essentiell, wenn dein Video bei MTV lief, doch die hörten plötzlich auf, unseren Stil zu spielen und setzten alles auf grunge und bildeten die öffentliche Meinung. Die Plattenfirmen folgten diesem Trend und das war’s. Heute ist die Situation anders. MTV hat an Einfluss verloren und zeigen statt Musikvideos nur noch Soaps und Reality-Shows.

Autona: Ist es realistisch, dass ein neues Album nochmals so erfolgreich wird wie die ersten beiden?

Bruno: Wohl nicht. “Rock is a young man’s game.” Aber wir haben eine treue Fanbase. Wir haben unser Bestes gegeben und hoffen natürlich, dass es unseren Fans gefällt.  Wir haben uns viel Zeit genommen und 10 starke Tracks aufgenommen. Ich hasse es, wie es heute oft üblich ist, wenn eine Band nur einen guten Song hat und der Rest mit Fillern aufgefüllt wird.  

Autona: Wie kann auch heute noch der Erfolg von Poison und Mötley Crüe, zumindest live, erklärt werden?

Bruno: Das ist einfach. Tommy Lee und Bret Michaels sind immer im Fernsehen und bekommen so die Aufmerksamkeit der Leute. Unser Draht zu den Fans liegt in den Liveshow!

Autona: Hättest du gerne eine eigene Fernsehshow?

Bruno: Wenn man mich fragen würde … natürlich (lachend)!

Autona: Werdet ihr nach Deutschland kommen?

Bruno: Das ware super, aber Deutschland ist kein großer Markt für uns, dort liebt man es härter! Bon Jovi und Mötley Crüe sind da wohl die Ausnahmen.

Autona: Danke für das Interview und viel Erfolg mit dem neuen Album.

Bruno: Danke auch!

 

© 2009, Juli by Dennis Rowehl